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Abenteuer Moor

Abenteuer Moor

Ja, es war schon ein kleines Abenteuer, sich bei Temperaturen von rund 28 Grad mit dem Auto auf den Weg nach Ströhen zu machen. Entsprechend gering fiel leider auch die Beteiligung aus: Unsere Gruppe hatte sich halbiert, sodass wir nur noch zu acht waren.

Überpünktlich trafen wir um 13 Uhr am Bahnhof Ströhen ein. Im nahegelegenen Restaurant „Lokschuppen“ herrschte reger Betrieb. Dennoch bestellten wir mutig etwas zu essen und zu trinken, schließlich lag die Abfahrt der Moorbahn noch gut eine Stunde entfernt. Dann begann das große Zittern: Die Küche kam kaum hinterher. Sollten wir unsere Bestellung stornieren oder nicht? Die Servicekräfte zeigten jedoch vollen Einsatz, sodass wir schließlich doch noch rechtzeitig und gut gestärkt um 14 Uhr in die Moorbahn einsteigen konnten.

Den Anweisungen des Zugpersonals war selbstverständlich Folge zu leisten: Während der Fahrt durfte niemand aussteigen, immerhin waren wir mit rasanten 6 km/h unterwegs. Auch Arme und Beine sollten aus Sicherheitsgründen nicht ausgestreckt werden. Die Fahrt selbst war ausgesprochen angenehm. Der Fahrtwind sorgte für eine willkommene Abkühlung, und der Zielbahnhof „Moorpadd“ lag idyllisch im Wald. Unterwegs passierten wir riesige Getreide- und Maisfelder sowie das Europäische Fachzentrum Moor und Klima.

Am Ziel angekommen hieß es zunächst: aussteigen und zuhören. Für die Bedürfnisse der Besucher stand sogar ein von der EU gefördertes Toilettenhäuschen bereit. Ein Lehrpfad mit verschiedenen Rundwegen lud dazu ein, das Moor näher zu erkunden. Außerdem gab es einen kleinen und einen großen Aussichtsturm. Mit diesen Informationen ausgestattet machten wir uns auf den Weg.

Der Boden war angenehm weich und hätte durchaus zum Barfußlaufen eingeladen, wären dort nicht so viele Tannenzapfen, Kiefernnadeln und andere natürliche Hindernisse gelegen.

Wir kennen nun den Unterschied zwischen Hoch- und Tiefmooren und haben viel über die dort heimischen Pflanzen gelernt. Besonders erstaunt waren wir darüber, dass die Birke, die wir eigentlich als typischen Bestandteil der Moorlandschaft ansehen, dort gar nicht gern gesehen ist. Eine ausgewachsene Birke benötigt täglich bis zu 400 Liter Wasser, in Extremfällen sogar bis zu 1.000 Liter, und entzieht dem Moor damit wertvolle Feuchtigkeit. Deshalb werden die Birken bewusst klein gehalten.

Im Frühjahr nutzen Kraniche das Moorgebiet als Brutplatz, und im Herbst rasten dort Zehntausende Vögel auf ihrem Weg in die Überwinterungsgebiete.

Das Moor wirkt durchaus beängstigend, wenn man die sicheren Wege verlässt. Gleichzeitig beeindruckt es durch seine enorme Bedeutung für Flora, Fauna und Klima. Es lohnt sich, mehr darüber zu erfahren, wie Moore entstanden sind und wie sie heute nach dem intensiven Torfabbau vergangener Zeiten aufwendig renaturiert werden.

Erfüllt mit neuem Wissen ging es pünktlich um 16 Uhr zurück zum Ausgangspunkt. Erneut genossen wir den erfrischenden Fahrtwind und freuten uns auf den vorbestellten Kuchen, den Kaffee und den anschließenden Klönschnack. Zum Abschluss versorgte uns Sabine noch mit Informationen zu unserem Jubiläumsfest am 30.08.2026 in Reinsdorf.

Für alle, die sich auf den Weg gemacht hatten, war es ein fröhlicher, erlebnisreicher und trotz kleiner Schwitzattacken erfrischender Ausflug.

Wir sehen uns hoffentlich alle wieder – spätestens beim gemeinsamen Feiern in Reinsdorf!

Brigitte Kolde

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