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Von der Pirsch in „Die Neunte“

Von der Pirsch in „Die Neunte“

Bei schönstem Herbstwetter machten wir uns auf den Weg ins Wisentgehege nach Springe. „Auf die Pirsch“ lautete das Motto des Tages – eine Idee unseres Vorstands, der natürlich wieder alles bestens organisiert hatte. Fast alles. Denn ortsnahe Parkplätze waren offenbar nicht Bestandteil des Organisationsplans, sodass einige zusätzliche Fußmeter schon vor dem eigentlichen Rundgang zurückgelegt werden mussten. Der guten Stimmung tat das allerdings keinen Abbruch.

Um 14 Uhr stellte sich Timon vor. Als Ehrenamtlicher und Student der Landwirtschaft übernahm er unsere Führung und versprach, fast jede Frage beantworten zu können. Politische und tagesaktuelle Fragen nahm er allerdings gleich vorsorglich aus dem Programm. Das war ganz in unserem Sinne – schließlich waren wir gekommen, um mehr über die Bewohnerinnen und Bewohner des Sauparks zu erfahren.

Auf unserem Rundgang begegneten uns Waschbären, Frettchen, Wildkatzen, schwarze und weiße Wölfe, Przewalski-Urwildpferde, Mufflons und Rehe, Wildschweine, Elche und natürlich die Wisente, die der Anlage ihren Namen geben. Zu allen Tieren hatte Timon interessante Informationen parat und beantwortete geduldig fast alle Fragen. Lediglich bei den Greifvögeln mussten wir passen – die lagen schlicht nicht auf unserer Route. Auch über Bären wusste Timon einiges zu erzählen. Zu Gesicht bekamen wir allerdings keinen. Man kann schließlich nicht alles haben.

Besonders interessant fanden wir die unterschiedliche Gestaltung der Gehege. Während einige Tierarten in großzügig abgegrenzten Lebensräumen gehalten werden, zu denen die Besucherinnen und Besucher keinen Zutritt haben, teilen sich Mufflons und Rehe ihren Bereich ganz selbstverständlich mit den Menschen. Wer hier wen beobachtet, war dabei nicht immer eindeutig zu entscheiden.

Überhaupt wurde schnell deutlich, wie wichtig der Schutz gefährdeter Tierarten ist. Timon erklärte anschaulich, welche besonderen Maßnahmen dazu beitragen, Tierbestände langfristig zu erhalten. So wurde aus unserem Ausflug nicht nur ein schöner Spaziergang, sondern auch eine lehrreiche Begegnung mit der heimischen Tierwelt.

Unser nächstes Ziel war „Die Neunte“, ein Restaurant im neunten Stock des Ärztehochhauses in Springe. Nach so viel Bewegung und Natur durfte schließlich auch der kulinarische Teil des Tages nicht zu kurz kommen. Und der neunte Stock hatte noch einen weiteren Vorteil: Von hier oben bot sich uns ein herrlicher Blick über Springe und die umliegenden Ortschaften.

Ein Blick in die Speisekarte machte schnell klar: Auch kulinarisch war für jeden Geschmack etwas dabei. Bei gutem Essen, netten Gesprächen und einem herrlichen Blick über die Stadt ließen wir diesen besonderen Tag gemütlich ausklingen. Ein rundum gelungener Ausflug – mit Tieren, Wissen, Bewegung und natürlich auch der wohlverdienten Belohnung danach.

Text: Brigitte Kolde, Fotos: Rainer Tegtmeyer

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